Die Macht der Glaubenssätze

Aktualisiert: 20. Apr.


Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens viele Glaubenssätze verinnerlicht. Negative aber auch positive. Glaubenssätze beeinflussen deine Einstellung zu dir, zu anderen Menschen, zu deinem Leben. Auch ich hatte viele Glaubenssätze. Einer der mich sehr geprägt hatte war "...dafür bist du noch zu klein". Ich wuchs bei meiner Großmutter auf und diesen Satz hörte ich ständig, wenn ich etwas machen wollte, Neues ausprobieren wollte oder ihr helfen wollte. Ich wollte so gerne mithelfen beim Tisch decken oder im Garten Blumen gießen - aber dafür war ich noch zu klein. Später als erwachsene junge Frau träumte ich davon mich selbstständig zu machen. Probierte auch vieles aus, aber in meinem Unterbewusstsein arbeitete der Glaubenssatz und er verrichtete seine Werk sehr gut. Alles was ich anpackte scheiterte über kurz oder lang - denn für sowas war ich noch zu klein. Erst als ich ihn mit über 40 Jahren lösen konnte, klappte auch meine freiberufliche Tätigkeit und ich baute meine Praxis innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich auf. Ein weiterer Glaubenssatz war schwer zu finden. Ich hatte immer wieder Phasen, in denen ich mich unendlich traurig und einsam fühlte. Meinen Partner beschrieb ich es so: Es ist ein Gefühl wie Todesangst und pure Verzweiflung. Ich konnte es aber nicht greifen und zuordnen. Erst als mein Partner mich mit Hypnose unterstützte kam die Ursache in mein Bewusstsein. Ohne Hypnose hätte ich diese Gefühle nie entschlüsseln können. Seit ich die Gründe für diese Gefühle kenne, annehmen und bearbeiten konnte, kamen diese negativen Gefühle nie mehr wieder. Aber was genau sind nun Glaubenssätze?


Was sind Glaubenssätze:

Ein Glaubenssatz ist ein verbales oder nonverbales Symbol deiner inneren Überzeugungen. Eine innere Haltung oder Meinung die du für wahr hältst. Es ist ein Symbol für inneres Geschehen, das durch deine Vorgeschichte entstanden ist. Glaubenssätze sind sehr komplex, denn sie sind mit Gefühlen, Erlebnissen und Erfahrungen verknüpft. Ein Glaubenssatz kann förderlich aber auch hinderlich sein. Er entsteht, weil unser Gehirn Dinge gerne vereinfacht um Energie zu sparen. Manche Glaubenssätze beziehen sich auf Begebenheiten, die du wirklich erlebt hast. Andere sind nur Annahmen von Außen, übernommene Aussagen von anderen Menschen die „eigentlich“ nicht zutreffen oder grundlos sind.

Je nachdem mit welcher Grundhaltung ein Mensch durchs Leben geht neigt er dazu eher und schneller negative Glaubenssätze anzunehmen.


Negative Glaubenssätze erfüllen – genau wie Ängste - unterbewusst eine Schutzfunktion. Sie möchten so weitere Enttäuschungen für dich vermeiden und so führen sie dazu, dass du bestimmt Situationen meidest, bestimmte Dinge nicht mehr tust. Dein Verhalten, deine Erfahrungen und dein Leben kann dadurch sehr eingeschränkt werden. Bei negativen Überzeugungen (andere Bezeichnung für Glaubenssätze) ist es daher erforderlich, dass du überprüfst ob das wahr ist was du empfindest. Deine Glaubenssätze und alles was damit verbunden ist muss von dir und deinem Unterbewusstsein neu überprüft und betrachtet werden.

Positive Glaubenssätze helfen dir dagegen dich positiv, stark und selbstbewusst zu fühlen.


Woher kommen Glaubenssätze:


Man liest immer wieder „Glaubenssätze entstehen in der Kindheit“, stimmt – aber nicht nur. Glaubenssätze entwickeln sich dein ganzes Leben lang. Alle Erfahrungen die du im Laufe deines Lebens machst prägen deinen Blick auf dich und die Welt. Die ersten Glaubenssätze die in dir entstanden stammen aus deiner Kindheit – meistens aus dem Elternhaus. Hast du ein stabiles Elternhaus erfahren dürfen indem du Liebe, Schutz und Fürsorge erfahren hast, sind deine Glaubenssätze im Bezug auf dich und deine Umwelt eher positiv. Je älter du wurdest um so mehr spielten die Erfahrungen mit deinem sozialen Umfeld eine große Rolle. Wurdest du in der Schule gemobbt und ausgegrenzt hast du vielleicht sogar als Erwachsener noch damit zu kämpfen.

Wenn du als Kind solche negativen Erfahrungen gemacht hast, bist du davon überzeugt, dass mit dir etwas nicht stimmt. Glaubenssätze wie. „Ich bin nicht gut genug“ oder „mich will keiner“ entstehen dann. Da das Unterbewusstsein diese verinnerlichten Glaubenssätze immer wieder bestätigen und auf Richtigkeit überprüfen will. Das führt immer wieder dazu, dass du in Situationen kommst in denen du scheiterst oder ausgegrenzt wirst. Dadurch verankert sich diese Überzeugung immer tiefer in dir.


Glaubenssätze kann man verändern:


Unser Gehirn ist ein Wunderwerk, genauso wie unser ganzer Körper. Du kennst vielleicht den Spruch „was Hänschen nicht lernt – lernt Hans nimmermehr!“ Früher dachte man, dass wir nur als Kind lernen und uns anpassen können. Als Erwachsenen sind wir quasi „fertig“. Das stimmt aber nicht. Neuroplastizität ist die Fähigkeit unseres Gehirns lebenslang zu lernen. In unserem Gehirn finden ständig Auf- und Abbauprozesse statt. Wenn sich bei uns, in unserem Leben etwas verändert werden neue Schaltkreise gebildet. Das heißt wenn du eine neue Sportart lernst, meditierst oder es neue berufliche Herausforderungen gibt, fängt dein Gehirn an zu arbeiten. Es baut die alten nicht mehr benötigten Schaltkreise ab und neue auf. Wenn du also deine negativen Glaubenssätze durch neue positive ersetzt, beginnt dein Gehirn damit die Verknüpfungen und alles was mit dem negativen Glaubenssatz zusammenhängt zu lösen.


Es gibt viele Möglichkeiten mit den negativen Glaubenssätzen zu arbeiten.


Sehr effektiv ist Hypnose und Selbsthypnose. Ich möchte dir heute einen weiteres Tool an die Hand geben, mit denen du deine negativen Glaubenssätze auflösen kannst.


  1. Fang mit Selbstwahrnehmung an und schreibe dir 1-2 Tage lang deine Gedanken auf. Dadurch erkennst du sehr schnell deine negativen Glaubenssätze.

  2. Du hast deine Glaubenssätze identifiziert, jetzt geht’s an die Ursachenforschung. Woher kommen diese Gedanken (hier kann Hypnose sehr hilfreich sein, wenn du dich nicht bewusst erinnern kannst). Wenn du weißt woher sie stammen kannst du überprüfen ob diese Überzeugung wirklich wahr ist. Stelle dir folgende Fragen: Warum denke ich dass es wahr ist? Welche Beweise gibt es das es wahr ist oder gibt es vielleicht sogar Gegenbeweise? Bringt es mir etwas, an dieser Überzeugung festzuhalten? Wie möchte ich lieber denken/empfinden?

  3. Schau dir jetzt den Zettel mit den negativen Glaubenssätzen an und verändere sie positiv. Wichtig dabei ist, dass sie authentisch sind, sonst wirkt es nicht. Beispiel: negativer Glaubenssatz „Ich bin dick und häßlich“. Nimmst du jetzt als positive Formulierung „Ich bin schlank und wunderschön!“ klopft sich dein Unterbewusstsein auf die Schenkel vor Lachen. Besser wäre eine Formulierung wie „Ich bin auch mit meiner fülligen Figur attraktiv“ oder „Mein Selbstwert und meine Beliebtheit ist nicht von meiner Figur abhängig.“ Denk bitte daran. Dein Seele und Psyche braucht Zeit um sich mit dem neuen Glaubenssatz zu identifizieren. Daher ist es wichtig dass du 60-90 Tage mit ihm arbeitest.

  4. Was du noch tun kannst: Erstelle dir ein Vision-Board, auf dem du deinen neuen Glaubenssatz präsent hältst.


Wir stellen dir in der nächsten Zeit weitere Tools und auch eine Selbsthypnose zur Verfügung, mit der du deine Glaubenssätze positiv verändern oder positive noch mehr verstärken kannst.


Viel Erfolg

Susanne

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