Was ist EMDR? 

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Augenbewegungs- Desensibilisierung und Neubearbeitung; internationale Abkürzung = EMDR) ist eine von Dr. Francine Shapiro 1987-1991 entdeckte und entwickelte Psychotherapiemethode, welche sich schnell als ein sehr effektives Werkzeug in der Trauma-Therapie und darüber hinaus etablierte.


EMDR ist eine der am besten wissenschaftlich untersuchten Trauma Therapien, mit deren Hilfe man belastende Erinnerungen sehr schnell verarbeiten und loslassen kann. 

Heute folgt eine EMDR-Behandlung acht fest umschriebenen Phasen.

Phase 1: Anamnese und Behandlungsplanung
Phase 2: Stabilisierung und Vorbereitung
Phase 3: Einschätzung
Phase 4: Verarbeitung (Desensibilisierung/Reprozessierung)
Phase 5: Verankerung
Phase 6: Körpertest
Phase 7: Abschluss
Phase 8: Neubewertung (Überprüfung – Planung – Integration)

Dieses fokussierte Vorgehen setzt selbstverständlich eine umfassende Diagnostik und Indikationsstellung sowie eine tragfähige therapeutische Beziehung voraus.
Charakteristisch ist für EMDR der Einsatz von bilateralen Stimulationen. Dies sind abwechselnde Stimulierung der rechten und linken Gehirnhälfte, primär über Augenbewegungen, aber zunehmend auch unter Einbindung aller Sinneskanäle, wie akustische Signale und Berührungen.
Hierbei konzentriert sich der Betroffene zunächst auf das traumatische Erlebnis, dann wird er gebeten, z.B. der Hand des Therapeuten nur mit den Augen zu folgen. Wichtig dabei ist nur die wechselnde Stimulation der rechten und der linken Hirnhälfte.
Naheliegend ist, dass EMDR über diese abwechselnde Stimulation der Hirnhälften funktioniert, da unsere Gefühle in der rechten Hirnhälfte entstehen, logische Zusammenhänge und Sprache aber in der Linken und bei posttraumatischen Belastungsstörungen ja gerade die Weiterleitung und Verarbeitung unserer Gefühle blockiert zu sein scheint. EMDR bahnt durch die wechselseitige Stimulation diese Weiterleitung und Verarbeitung und ermöglicht so einen Weg zur Heilung. 

Anwendungsgebiete von EMDR 

 

PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) 

Reaktionen auf akute Traumatisierungen 

Extreme Trauerreaktion 

Überwindung von Ängsten, Panikstörungen und Phobien 

Bewältigung von Unfallfolgen 

Überwindung von belastenden Erinnerungen 

Suchtthemen (Alkohol, Rauchen, Übergewicht) 

Psychosomatische Störungen 

Spitzenleistung in Beruf, Sport, Schule, etc. 

Mentales Training

Ressourcenaktivierung 

Zielerreichung 

Loslassen von Vergangenem 

Überwindung von unerwünschten Verhaltensmustern 

Konfliktlösung

Selbst- und Fremdmotivation 

Kreativitätsförderung 

Selbstveränderungsprozesse